Im Idealfall wird neben Intensität und Dauer einer Kälteanwendung, auch die Häufigkeit je nach Zielsetzung und Verfassung des Badenden individuell angepasst. Demzufolge gibt es kein pauschal gültiges Rezept bezüglich Frequenz. Allerdings gibt es sehr wohl Orientierungs- und insbesondere Erfahrungswerte, die wir euch bezüglich Gesundheitsförderung aber auch hinsichtlich Sicherheit mit auf den Weg geben wollen.
Jeden Tag ins eiskalte Wasser? Auch wenn dies viele erfolgreiche Influencer und vermeintliche Gesundheitsgurus propagieren, ist es vielleicht keine so gute Idee. Im Vergleich zur kurzfristigen Hitze, scheint unser Organismus nämlich weniger gut in der Lage zu sein, intensive Kältereize täglich langfristig stemmen zu können. Während Studien darauf hindeuten, dass ein gesunder Mensch selbst bis zu tägliche Saunaaufenthalte schadlos überstehen kann, muss die Kältetherapie im Kontext zum Kältebad differenziert betrachtet werden. Kältereize gehören zu den stärksten Stressoren für unseren Organismus. Demzufolge stellen insbesondere intensive Kälteanwendungen auch eine entsprechende Belastung für uns dar. Auch unsere langjährige Erfahrung zeigt, dass ein gesunder erwachsener Mensch durchaus in der Lage sein kann, tägliche intensive Kältereize zu bewältigen. Nicht zuletzt dank Mindset und mentaler Stärke. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der physische Teil an die Grenzen kommt und auf Dauer überlastet wird. So können wir immer wieder beobachten, dass die tägliche Routine vom vermeintlichen Wohlfühlritual unbemerkt, fließend in negative gesundheitliche Auswirkungen kippen kann. Dies kann sich unter anderem in Form eines angeschlagenen Immunsystems äußern. Der Grat von „Nie mehr krank“ bis hin zu einem nicht enden wollenden Infekt ist daher schmal und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wichtig ist zu betonen, dass wir in diesem Zusammenhang von intensiven Reizen wie Eisbädern sprechen. Milde und moderatere Kältereize (kurze Duschen, Freiluft-Aufenthalte in leichter Bekleidung) können wir in angepasster Form durchaus öfter, mitunter auch täglich im Alltag einbauen.
Eine Orientierungshilfe die sich in der Praxis bewährt hat: 2mal wöchentlich ins Kältebad (Maximal 3mal). Für ca. 4 bis 6 Wochen am Stück. Danach erfolgt eine bewusste Pause - Auch um den Organismus nicht an dieselben, immer wiederkehrenden Reize zu gewöhnen (Stichwort Trainingseffekt). Schließlich möchten wir nicht nur negative Auswirkungen vermeiden, sondern auch langfristig von den vielen Benefits der Kälte profitieren. Das Beispiel Kältekammer unterstreicht, dass sich gezielte Zyklen auch im therapeutischen Setting bewährt haben.
Nicht zuletzt spielt auch der Zeitpunkt der Anwendung sowie der Verlauf eine entscheidende Rolle, um die Frequenz optimal zu gestalten oder Anpassungen vorzunehmen. Was genau wir damit meinen und welche Zyklen in der Kryotherapie genutzt werden, erfährst Du in unserem Lehrgang zum Integrativen Kältetrainer!
FAZIT: Nutze für Deine Gesundheit, optimale Trainings- und Anpassungsprozesse Kälte intermittierend und nicht permanent.