Der mittlerweile populäre Begriff Eisbad ist genau genommen gar nicht genau definiert. Fragt man die KI, wird das Eisbaden als das kurze Eintauchen des Körpers in eiskaltes Wasser bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt (0 bis 5 °C) bezeichnet. Wikipedia beschreibt Eisbaden (oder Winterbaden) lediglich als Baden in freien Gewässern bei Wassertemperaturen von bis nahe 0 °C. Eine universelle wissenschaftliche Einheitsdefinition für den Begriff „Eisbaden“ gibt es hingegen nicht. In der Sportmedizin und Physiologie wird es meist unter dem breitgefächerten Oberbegriff der Kaltwasserimmersion (Cold Water Immersion, kurz CWI) oder der Kälteexposition erwähnt. Auch bezüglich Wassertemperatur existiert in der Forschung kein exakter Grenzwert. Meist wird Wasser mit einer Temperatur von unter 10 °C bis nahe 0 °C oder teilweise auch bereits unter 15 °C als relevant definiert.
Wir von vitalogics nutzen im Rahmen unserer Ausbildung zum Integrativen Kältetrainer ohnehin den Begriff „Kältebad“ und sprechen diesbezüglich von Wassertemperaturen unter 15 °C, da Eisbaden nur das Eintauchen in Gewässern nahe dem Gefrierpunkt oder in mit Eiswürfeln gefüllten Wannen suggeriert.
Laut wissenschaftlichen Untersuchungen gibt es jedoch keine feste Mindesttemperatur, ab der die gesundheitlichen Effekte „schlagartig“ einsetzen. Jedoch zeigte die bisherige Forschung, dass das Wasser unter 15 °C kalt sein muss, um messbare Reaktionen im Körper auszulösen. Große Studien-Übersichten (Meta-Analysen) zeigen, dass bereits Wassertemperaturen zwischen 7 °C und 15 °C ausreichen, um positive Effekte wie beispielsweise Stressabbau, besseren Schlaf oder eine gesteigerte Lebensqualität nachzuweisen. In diesem Bereich wird bereits der nötige „Kälteschockreflex“ ausgelöst.
Dieses moderatere Temperaturfenster ist in der Praxis oft vorteilhafter und vor allem für Anfänger sicherer, da das Risiko für mitunter gefährliche Herzrhythmusstörungen oder Unterkühlung geringer ist als bei echtem Eiswasser.
Ab Wassertemperaturen von unter 5°C verstärken sich die physiologischen Effekte nicht linear. Der Kälteschock ist jedoch intensiver und die Verweildauer wird angepasst.
Fazit der Forschung: Du musst das Wasser nicht krampfhaft mit Eiswürfeln füllen oder in die Arktis reisen, um ein Kältebad zu genießen. Kühle natürliche Gewässer oder kaltes Leitungswasser (das in Mitteleuropa je nach Region und Jahreszeit meist zwischen 10 °C und 14 °C liegt) reicht völlig aus, um von den Vorteilen einer Kaltwasserimmersion zu profitieren.
Spezielle Kühlgeräte (die ihr bald auch in unserem Shop findet, oder schreibt uns bei Interesse gerne) sind in der Lage das Wasser zu kühlen oder bei Bedarf auch zu erwärmen. Zudem halten sie die Temperatur konstant, was insbesondere im Rahmen von Gruppen, Workshops sowie im sportlichen oder therapeutischen Setting entscheidend ist.
Gibt es Temperaturfenster, in denen Du Dich am wohlsten fühlst…?