Im Idealfall werden sowohl Intensität als auch die Dauer einer Kälteanwendung, je nach Zielsetzung und Verfassung des Badenden individuell angepasst. Demzufolge gibt es kein pauschal gültiges Rezept für Jedermann. Allerdings gibt es sehr wohl Orientierungs- und insbesondere Erfahrungswerte, die wir euch hinsichtlich Sicherheit mit auf den Weg geben können.
Die 2-Minuten-Regel
Im Allgemeinen spricht man bereits von einem Kälte- oder Eisbad, wenn die Wassertemperatur unterhalb von 15°C beträgt. In diesem Rahmen kann man davon ausgehen, dass bei einer Verweildauer von maximal 2 Minuten, das Risiko einer potenziellen Überlastung sehr gering ist. Selbst bei knackigen Temperaturen von wenigen Grad, ist der Organismus innerhalb dieser Zeitspanne in der Lage, den Kältereiz ohne Schäden zu bewältigen. Und selbst bei höheren, moderaten Temperaturen kann man beobachten, dass auch kurze, jedoch gezielte Kältereize unsere Gesundheit fördern.
Die 2 Minuten-Regel eignet sich vor allem für
- Neulinge ohne entsprechende Kälteerfahrung
- Unsichere Personen ohne professionelle Begleitung
- Personen, die hinsichtlich Körperwahrnehmung und Einschätzung Schwierigkeiten haben oder gehandicapt sind
- Menschen, die den Organismus ganz bewusst nicht überlasten möchten (Stichwort Immunsystem). Zum Beispiel im Rahmen eines erst kürzlich auskurierten Infekts oder wenn zeitnah nach der Anwendung ein potenziell erhöhtes Infekt-Risiko besteht (Aufenthalt unter Menschenmassen etc.)
- Personen, bei denen nach der Anwendung die Zeit begrenzt ist und/oder die Bedingungen suboptimal sind um die Kältereize entsprechend zu verarbeiten
Kälte-adaptierte (gewohnte) Personen können – sofern sie sich in einer guten Tagesverfassung befinden - einen Schritt weitergehen und die Zeitspanne mitunter auch deutlich erhöhen. In diesem Fall greift die sogenannte 1-Minuten-Regel:
- Eine Minute im kalten Wasser pro Grad Wassertemperatur. Beispielsweise 6 Minuten bei 6°C oder 10 Minuten bei 10°C.
In der Praxis werden mitunter auch kürzere oder deutlich längere Aufenthalte genutzt, um die gewünschten Ziele zu erreichen. Diesbezüglich spielt unter anderem die Beobachtung des Begleiters eine entscheidende Rolle. Dies erfährst und lernst Du in unserem Lehrgang zum Integrativen Kältetrainer!
ACHTUNG: Die angegebenen Orientierungswerte gelten nicht für das Schwimmen oder das Baden in kalten, fließenden Gewässern!
Wie sind Deine Erfahrungen und Einschätzungen, wenn es um die Dauer im Kontext zur Sicherheit geht…? Wir sind gespannt!
Foto: @annabfotografie